2026-03-01
Man könnte ja sagen, es ist einfach die gute alte „halbvoll“ oder „halbleer“ Geschichte, aber es ist mehr. Wir leben gerade in einer Problemkultur und das droht uns zu zerreißen.
Alles, was man zum Problem macht, wird zum Problem. Und wir sind süchtig danach, Dinge zum Problem zu machen. Zu erkennen, was alles nicht richtig läuft, es anzuklagen, uns zu empören und zu erwarten, dass „irgendjemand das löst“, im Zweifel der Staat, der dann wieder als Versager dasteht.
Anklagen ist halt leichter, als Anpacken und Großzügigkeit ist eine Haltung, die wir nur von anderen erwarten. Dabei ist es sehr leicht, das alles zu ändern. Es ist eine Frage der Haltung und eine Frage der Erwartung. Die im öffentlichen Bild grassierende Erwartung ist die, dass alle einzelnen Mensch*innen vor jedem Risiko geschützt werden müssen und ihnen ein einfaches, sicheres, erfolgreiches Leben zusteht. Dazu erwarten wir von der Gesellschaft, dass sie alle Bedürfnisse erkennt und bedient. Ich nenne das Paradieserwartung.
Im Paradies sind wir aber tot. Die Wirklichkeit des Lebens ist eine andere. Die Wirklichkeit des Lebens ist Krise und die Kunst des Lebens ist Krisenbewältigung. Die Lebensfreude besteht im Risiken beherrschen und nicht im Risiken absichern. Wenn man diesen Perspektivwechsel zulässt, sieht die Welt gleich ganz anders aus. Die Grundhaltung zur Krise bewirkt, dass ein Problem schon sehr stark sein muss, um wirklich ein Problem zu sein und der selbstbewusste Umgang mit Risiken stärkt den Blick für die Eigenverantwortung und für die eigene Rolle in einer Gemeinschaft.
Ich empfehle, das mal auszuprobieren.
Admin - 12:40:21
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